Ausbildung könnte Cyber-Krise lösen, sagen Experten

  • Das Angebot von Lehrstellen könnte dazu beitragen, mehr junge Menschen für den Cybersecurity-Sektor zu begeistern und den Fachkräftemangel zu lindern, so eine neue Umfrage von Infosecurity Europe.

    Die wichtigste Cybersecurity-Veranstaltung der Region, die jährlich vom Infosecurity-Herausgeber Reed Exhibitions veranstaltet wird, fragte ihre Twitter-Follower nach ihrer Meinung zur anhaltenden Qualifikationskrise in der Branche.

    Etwa 43 % argumentierten, dass Lehrstellen, in denen Auszubildende während des Studiums für eine formale Qualifikation am Arbeitsplatz lernen, eine gute Lösung für einen schnelllebigen, praxisorientierten Sektor wie die Cybersicherheit wären, in dem Studiengänge oft veraltet sind, wenn die Studenten sie abgeschlossen haben.

    Die Befragten nannten auch die Notwendigkeit eines formalen Karrierewegs (27%), mehr Vorbilder und Mentoren (17%) und eine größere Vielfalt (13%) als wichtig, um den Fachkräftemangel zu verringern.

    Die neuesten Zahlen von (ISC)2 zeigen, dass der Fachkräftemangel im vergangenen Jahr zwar erstmals weltweit gesunken ist, aber immer noch mehr als drei Millionen beträgt.

    Die Krise wurde nicht durch COVID-19 begünstigt, das 36 % der Befragten dazu gezwungen hat, einen Einstellungsstopp zu verhängen.

    Dies deckt sich mit einer diese Woche veröffentlichten Umfrage von CrowdStrike, die ergab, dass 44 % der britischen Unternehmen im vergangenen Jahr keine neuen Sicherheitsexperten einstellten. Tatsächlich hatte Großbritannien den niedrigsten Durchschnitt an Neueinstellungen im Bereich Cybersicherheit aller befragten Länder, und die Befragten äußerten die Befürchtung, dass dies die erhöhten Cyber-Risiken, die von der Pandemie ausgehen, verstärken könnte.

    Amar Singh, CEO der Cyber Management Alliance, befürwortete die Idee von Lehrstellen, um eine UK-weite Kompetenz aufzubauen.

    “Es ist eine Pipeline – man kann nicht einfach jemanden nehmen und sagen ‘Du bist jetzt Infosec.’ Diese Person muss von klein auf ausgebildet und inspiriert werden”, fügte er hinzu. “Wenn das nicht der Fall ist, wird es schwieriger, wenn sie 16 oder 18 Jahre alt sind, weil sie bereits einen anderen Weg eingeschlagen haben.”

    Maxine Holt, Senior Research Director bei Omdia, hat aus erster Hand Erfahrungen mit diesem Weg in die Berufswelt.

    “Nachdem ich mein BTEC in Informatik gemacht hatte, bekam ich eine Ausbildung, bei der ich während meines Teilzeitstudiums für meinen Abschluss lernte”, erklärt sie. “Ich durfte auch in anderen Bereichen des Unternehmens arbeiten, was mir sehr geholfen hat zu verstehen, wie diese mit der IT zusammenhängen.”

    Die Infosecurity Europe wird vom 8. bis 10. Juni 2021 in der Londoner Olympia stattfinden.

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    www.infosecurity-magazine.com